How to: Checkout-Prozesse optimieren

Ist der Kunde von Produkt, zugehörigem Preis und Lieferkonditionen überzeugt, wird er damit seinen Warenkorb in Ihrem Onlineshop füllen. Der Checkout Prozess als letzter von vielen Prozessen in der Kaufentscheidung scheint für viele Onlinehändler risikolos, ist aber in mehr als der Hälfte aller Fälle dafür verantwortlich, dass Käufe dennoch abgebrochen werden. Mehr als zwei Drittel aller Onlinehändler weisen mindestens drei Fehler im Bezahlprozess auf.

RIS Web- & Software Development - Kundentypen im E-Commerce

Unnötige Fehler

Der Dienstleister für Online-Zahlungsabwicklung Stripe hat bei einer Analyse der wichtigsten deutschen E-Commerce Plattformen herausgefunden, dass sich insbesondere bei Checkout-Vorgängen unnötige Fehler einschleichen. Herauskristallisiert haben sich einige Verbesserungsmöglichkeiten, um den Bezahlprozess für Kunden angenehmer und weniger aufwendig zu gestalten. Eine wenig übersichtliche Oberfläche in Verbindung mit vielen verwirrenden Werbebannern, welche bei einem Bezahlvorgang nichts zu suchen haben, lassen Reibungsverluste entstehen und vermindern die Conversion-Rate um ein Vielfaches.

RIS Web- & Software Development - Checkout Prozess optimieren

Dieser Screenshot zeigt die Nutzung unterschiedlicher Zahlungsarten deutscher Kunden. Noch führend ist der Kauf auf Rechnung, dicht gefolgt von Bezahlung via PayPal und Kreditkarte. Die Statistik ist der EHI Studie Online Payment 2019 entnommen.

Im Gegensatz zum Jahr 2018 hat sich die Anzahl an potenziellen Fehlern im Checkout-Prozess zwar verringert, jedoch weisen viele E-Commerce Webseiten dennoch mindestens drei oder mehr Fehler auf. Moderne Zahlungsarten wie Apple- oder Google-Pay werden so gut wie gar nicht angeboten, obwohl diese Zahlungsarten offline bereits von vielen Kunden genutzt werden.

Was ist im Detail zu beachten?

Im Detail schauen mögliche Ungereimtheiten so aus: Beim Kauf via Kreditkarte gibt es unter Umständen keine manuelle Eingabe des Gültigkeitsdatums. In den meisten Fällen ist nur die Auswahl mittels Dropdown-Menü möglich, welches die Eingabe nicht nur erschwert, sondern auch unnötig in die Länge zieht. Knapp 50% der Onlineshops geben keinen Hinweis darauf, ob sich ein Zahlendreher bei der Eingabe der Kreditkartennummer eingeschlichen hat und diese somit ungültig ist. Ebenfalls wird zur Überprüfung in vielen Fällen nicht angezeigt, um welchen spezifischen Kreditkartentyp es sich handelt.

Mobile Bezahlmethoden

In der Analyse wurde neben Verbesserungsmöglichkeiten auch die Einbindung von modernen Bezahlmöglichkeiten wie Apple- und Google-Pay untersucht. Nur ein Bruchteil aller analysierten Onlineshops bieten diese Bezahlservices an, obwohl sie von Haus aus den Vorteil bieten, SCA-konform zu sein. Für alle Onlinehändler dürfte dieses eigentlich erfreulich sein, da die Schonfrist für die neue EU-Zahlungsregulierung, insbesondere der starken Kundenauthentifizierung „SCA“, mit Ablauf des Jahres 2020 endet.

Mit Blick auf die wachsende Bedeutung des Mobile-Commerce ist es ratsam, den eigenen Onlineshop auch für mobile Endgeräte zu optimieren. Unter den 100 getesteten Onlineshops waren alle auf mobile Endgeräte benutzerfreundlich angepasst und voll funktionsfähig.

Fazit

Unterm Strich weist die Studie viele, einfache Verbesserungsmöglichkeiten auf, den eigenen Onlineshop zu optimieren und den Checkout-Prozess für Kunden angenehmer zu gestalten.

  1. Manuelle Eingabe des Gültigkeitsdatums bei Kreditkarten
  2. Hinweise auf Zahlendreher bei Eingabe von Kreditkarteninformationen
  3. Anzeige des verwendeten Kreditkartentyps
  4. Einbindung von modernen Bezahlmöglichkeiten (Apple- und GooglePay)
  5. Anpassung an mobile Endgeräte


Der Aufwand hält sich dabei in Grenzen, der Ertrag scheint dabei umso größer zu sein. Denn: Wer es seinem Kunden so einfach wie möglich macht, bei sich einzukaufen, wird mit mehr Conversions und einem höheren Umsatz belohnt.

Falls Sie sich mehr mit dem Thema Conversions und Kundengewinnung auseinandersetzen möchten, finden Sie hier den passenden Artikel dazu.