Black Friday 2019 – Ein Rückblick

Bereits vor einigen Wochen haben wir über die perfekten Strategien für das Black Friday Wochenende inklusive Cyber Monday berichtet. Nachdem der Angebotshagel rund um den ersten Advent ein Ende gefunden hat, gilt es Bilanz zu ziehen und herauszufinden, wie erfolgreich das Wochenende für deutsche Onlinehändler gewesen ist und welche Besonderheiten zu erkennen waren.

RIS Web- & Software Development - Black Friday 2019 Rückblick

Tag des Ausnahmezustands

In den USA gilt der Black Friday als Tag des Ausnahmezustands. Sowohl online als auch offline wurden rund 7,4 Milliarden Dollar an nur einem einzigen Tag umgesetzt. In Deutschland hingegen können Einzel- und Onlinehändler von solchen Zahlen lediglich träumen, auch wenn sich der Black Friday mittlerweile auch in Deutschland etabliert hat. Die so genannte Cyber-Week, bestehend aus Black Friday, dem dazwischenliegenden Wochenende und dem Cyber-Monday am darauffolgenden Montag, gilt als einer der wichtigsten Termine im Jahresgeschäft von Onlinehändlern.

RIS Web- & Software Development - Black Friday Statistik

Diese Statistik zeigt die Relevanz der Cyber-Week in den USA sehr deutlich. Die Prognosen für das Jahr 2019 haben sich zum Großteil bewahrheitet. Die Statistik ist unter Statista.de zu finden.

Mit 840.000 erreichten Neukunden bei Zalando wird deutlich, wie wichtig besagte Tage zum Start des Weihnachtsgeschäfts wirklich sind. Im Gegensatz zum Vorjahr führte dies zu einem Anstieg von 32 Prozent des Bruttowarenvolumens. Da im Falle von Zalando davon auszugehen ist, dass sich die Retourenquote im Vergleich zum Rest des Jahres nicht signifikant erhöhen wird, dürfte das insgesamte Ergebnis noch besser ausfallen.

Mobile Commerce auf dem Vormarsch

Laut Forbes-Zahlen bestellen Kunden in den USA in bereits 65 Prozent der Fälle über das Mobilgerät; und auch in Deutschland ist der Wandel vom E-Commerce zum Mobil Commerce deutlich zu erkennen. Wie das Programmatic-Advertising-Netzwerk Criteo berichtet, haben deutsche Onlinehändler stolze 49 Prozent mehr Umsatz über den Mobilkanal erzielt. Ein Großteil dazu beigetragen haben auch die Apps, welche eine noch vereinfachtere Bestellmöglichkeit für mobile Nutzer bieten. Bei Benutzung von Desktop-Geräten stieg der Umsatz um sechs Prozent, lediglich bei Tablet-Nutzern brach der Umsatz um ganze zwölf Prozent ein. Mögliche Ursache dafür ist die vermehrte Nutzung von Smartphones.

In puncto Leistungsfähigkeit und Usability haben Smartphones Tablets mittlerweile eingeholt und teilweise sogar überholt, so dass eine Benutzung von Tablets nicht mehr zwingend notwendig ist. Die in den vergangenen Jahren häufig geäußerte Theorie, dass das Tablet nur ein Zwischenschritt zum allumfassenden mobilen Endgerät ist, könnte sich hiermit bewahrheiten.

Kanal- und geräteübergreifend konnten deutsche Onlinehändler rund 15 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaften. Dabei waren die Desktop-Nutzer mit durchschnittlichen Ausgaben von 115 Euro gute 20 Euro spendabler als Mobile-Nutzer.

Der Tag vor dem Black Friday

Neben Black Friday und Cyber Monday kristallisiert sich noch ein weiterer Tag mit besonders guten Absatzzahlen heraus: Der Donnerstag vor dem eigentlichen Black Friday. Es scheint, als wären Kunden schon im Vorhinein in Erwartungshaltung und entsprechender Kauflaune. 35-40 Prozent mehr Verkäufe als üblich wurden hier verzeichnet.

RIS Web- & Software Development - Black Friday Statistik

Diese Statistik zeigt die wachsende Bedeutung des Donnerstages für die Cyber-Week in den USA. So wird das Thanksgiving-Fest in Deutschland zwar traditionell nicht gefeiert, ein vermindertes Kaufinteresse der Deutschen am Donnerstag vor dem Black Friday hat dies jedoch nicht zur Folge. Die Statistik ist unter Statista.de zu finden.

Der Black Friday in Zahlen

Deutlich geringer als in den USA, aber dennoch beachtlich: Der Umsatz pro Kopf betrug am vergangenen Black Friday laut GSG durchschnittlich 105 Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch sechs Euro mehr pro Kopf, die ausgegeben wurden.

„Nutzer kaufen nicht wahllos, nur weil es Schnäppchen sind, sondern informieren sich wesentlich mehr, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden“

Dieses Zitat stammt von Jan Bechler, Geschäftsführer bei Finc3 Commerce. Der Online-Marketing-Dienstleister hat in seinen Analysen rund um die Cyber-Week, insbesondere den Black Friday, herausgefunden, dass Werbeanzeigen zu bestimmten Black-Friday Angeboten zwar häufiger geklickt werden als Anzeigen zu anderen Themen, die Conversion-Rate von Werbemittel zu Kauf jedoch um 10 bis 20 Prozent schlechter ist als bei anderen Anzeigen.

Bemerkenswert ist, dass in diesem Jahr junge, weibliche Kundinnen besonders kauffreudig waren. 57,9 Prozent aller Einkäufer waren weiblich und knapp 80 Prozent waren jünger als 44 Jahre. Die Warenkörbe auf mobilen Endgeräten waren ein ganzes Stück kleiner im Vergleich zu denen am Desktop-PC, was womöglich der größeren Anzahl an Impulsivkäufen und demzufolge kleineren Warenkörbe zugrunde liegt.